Der Konflikt um die Behandlung niederösterreichischer Patientinnen und Patienten in Wiener Spitälern verschärft sich weiter. Immer häufiger werden Menschen aus Niederösterreich – trotz jahrelanger Behandlung in Wien und maßgeblicher Mitfinanzierung des Wiener Gesundheitssystems – abgewiesen oder mit monatelangen Wartezeiten konfrontiert. Diese Entwicklung sorgt auch im Bezirk Mödling für große Verunsicherung und berechtigte Kritik.
Die Volkspartei Niederösterreich hat daher die landesweite Kampagne „Schluss mit Blockieren. Wien muss operieren!“ gestartet, um auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen und politischen Druck für eine rasche Lösung aufzubauen.
Eng verflochtenes Gesundheitssystem wird zum Nachteil der Patientinnen und Patienten
Besonders dramatisch wird die Situation dadurch, dass das Gesundheitssystem zwischen Wien und dem Bezirk Mödling seit Jahrzehnten eng miteinander verwoben ist:
Viele niedergelassene Ärztinnen und Ärzte im Bezirk arbeiten gleichzeitig in Wiener Spitälern. Diese gewachsene Struktur ermöglicht normalerweise durchgängige Behandlungsverläufe und stabile Vertrauensverhältnisse.
Durch die jüngsten Abweisungen in Wiener Krankenanstalten können nun viele Menschen ihre Behandlung bei Ärztinnen und Ärzten ihres Vertrauens nicht mehr fortsetzen. Besonders betroffen sind Patientinnen und Patienten mit langen, komplexen Krankengeschichten, die sich nach Jahren kontinuierlicher Betreuung nun gezwungen sehen, vollkommen neue Kliniken und Ärzteteams aufzusuchen. Das verursacht nicht nur organisatorische Hürden, sondern bedeutet für viele eine enorme psychische Belastung und ein medizinisches Risiko.
Breite Unterstützung im Bezirk – Von Achau bis Wienerwald
Von Achau bis Wienerwald: Im gesamten Bezirk Mödling formiert sich deutliche Unterstützung für die Initiative. Rund 25.000 Mödlingerinnen und Mödlinger arbeiten täglich in Wien, zahlen dort Steuern und tragen vielfach über Jahre zur Finanzierung des Wiener Systems bei. Dennoch werden sie in Spitälern zunehmend schlechter gestellt als Personen, die nie ins System eingezahlt haben.
Um ein starkes Zeichen zu setzen, startet die Volkspartei Bezirk Mödling ab sofort eine Bezirks‑Unterschriftenaktion, die Teil der großen niederösterreichweiten Petition ist.
„Das Gesundheitssystem vom Bezirk Mödling und Wien sind eng verwoben. Es kann nicht sein, dass unsere Bürgerinnen und Bürger trotz ihrer enormen Beiträge für Wien schlechter gestellt werden. Besonders gravierend ist, dass viele die Behandlung bei ihren vertrauten Ärztinnen und Ärzten nicht mehr fortsetzen können. Das gefährdet nicht nur das Vertrauen, sondern auch die Gesundheit. Der Bezirk Mödling wird ein klares Signal senden: Schluss mit Blockieren – Wien muss endlich operieren“, BPO LAbg. Marlene Zeidler‑Beck.
Gemeinsames Ziel: Gerechtigkeit für Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher
Über 200.000 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher pendeln täglich nach Wien und erwirtschaften dort Einnahmen in Millionenhöhe. Gleichzeitig verzichtet Niederösterreich im Finanzausgleich auf rund 500 Millionen Euro jährlich, um die Mitbehandlung sicherzustellen – und dennoch werden Patientinnen und Patienten immer öfter abgewiesen.
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Unterschreiben für mehr Gerechtigkeit
Die Petition kann ab sofort online auf www.gastpatienten.at sowie bei allen Informations‑ und Verteilaktionen im Bezirk Mödling unterzeichnet werden.
Foto:
Schluss mit Blockieren – Wien muss operieren! Die Gemeindevertreter im Bezirk Mödling fordern gemeinsam mit BPO LAbg. Marlene Zeidler-Beck, dass Wien seiner vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen hat und der Meldezettel keine Rolle bei der medizinischen Versorgung spielen darf.
Fotocredit: VP Bezirk Mödling




